Auf persönliche Nachfrage einer Familie aus Deutschland hin konnten wir Kontakt zu einer kirgisischen Familie in einem Vorort von Bischkek herstellen. Die sechsköpfige Familie kommt ursprünglich aus einem Nachbardorf von Aktala und lebt seit etwa zwei Jahren in der Nähe der Hauptstadt. Der Grund für den unerwarteten, aber nötigen Umzug war die schwere Krankheit der Mutter von vier Töchtern, die die dünne Höhenluft nicht mehr vertragen kann.
Nun lebt die ganze Familie in einem Zweizimmergartenhaus ohne fließendes Wasser und Heizung. Drei der vier Töchter müssen täglich mit der Marschrutka (Kleinbus als öffentliches Verkehrsmittel) zur Schule fahren – eine schwere finanzielle Last für den allein arbeitenden Vater, denn es gibt dort keine Schulbusse oder irgendwelche Ermäßigungen für Schüler. Die Kontaktfamilie in Deutschland setzt sich nun für die Familie ein, insbesondere für die Schulbildung der Töchter.
Aktion für den kleinen Ulan
Der fünfjährige Ulan ist seit seinem Geburt geistig und körperlich behindert und kann nicht alleine sitzen oder laufen. Die Eltern müssen ihn überall hintragen und beim Sitzen immer stützen. Die Mutter des Kleinen hat sich an die Mitglieder des Projekts gewandt, ob wir vielleicht einen Kinderwagen oder einen Rollstuhl für ihn organisieren könnten. Die Suche nach einem passenden Rollstuhl war nicht einfach, aber wir hatten ein Riesenglück: Ein passender Rollstuhl wurde gefunden und sogar gespendet. Vielen Dank an den Spender!!!
Nach einer zweimonatigen Reise kam der Rollstuhl in Bischkek an und wurde bei der ersten Gelegenheit an die in Aktala lebende Familie übergeben.
Wir freuen uns sehr, dass der kleine Ulan leicht überall hin transportiert werden und (angeschnallt) auch alleine sitzen kann.
Hilfe für Akmat uulu Nurlan
Im Dezember 2008 hatten wir einen dringenden Fall: der 10-jährige Sohn einer alleinerziehenden Mutter in Aktala konnte aufgrund eines rapiden Muskelabbaus nicht mehr laufen. Viele haben als Ursache eine Art Muskelschwund vermutet; zu einer fachärztlichen Untersuchung hatte die Familie bisher leider keine Möglichkeit.
Als der Fall uns bekannt wurde, haben wir rasch Spenden gesammelt und den Jungen mit seiner Mutter nach Bischkek geholt, wo er zwischen dem 03. und dem 13. Januar im Kinderkrankenhaus Nr.3 medizinisch untersucht und behandelt wurde. Es wurde festgestellt, dass er an Hämophilie erkrankt ist. Dies ist eine Erbkrankheit, bei der die Patienten entweder gar keinen oder zu wenig Gerinnungsfaktor VIII im Blut haben, der für eine wirksame Gerinnung notwendig ist. Häufig sind davon die Gelenke betroffen, was sehr schmerzhaft ist und die betroffenen Gelenke mittel- bis langfristig zerstören kann. Deshalb hatte der Junge starke Gelenkschmerzen und konnte nicht mehr laufen. Aber die Krankheit ist behandelbar.
Der tapfere Patient konnte bei der Entlassung aus dem Krankenhaus wieder einigermaßen beschwerdefrei laufen und wollte, da er zum ersten Mal eine Großstadt sah, bei dieser Gelegenheit auch ordentlich Sightseeing machen. Für sein tapferes Benehmen gab es von uns noch eine neue Hose und einen Pulli zum Abschied. Wir werden seinen Zustand weiterhin beobachten und ihn mit Medikamenten versorgen. Geplant ist außerdem eine Folgetherapie für ihn im Juni/Juli 2009 im oben genannten Krankenhaus.
Liebe Nurlan-Spender, im Namen von Nurlan und seiner Familie danken wir Euch für Eure prompte und großzügige Hilfsbereitschaft!